Schloss Sztynort (Steinort)

Mrz 9, 2022 | Projekte

Seit Januar 2019 beteiligt sich die Stiftung Kunst der Freiheit an einer unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft in Warschau eingerichteten Arbeitsgruppe, die den Wiederaufbau und die Wiederbelebung des ehemaligen Lehndorff-Schlosses in Sztynort (ehemals Steinort) zum Ziel hat.

An der Konzeptarbeit sind Experten aus solchen Bereichen wie Denkmalschutz, Geschichte und Kulturwissenschaften beteiligt. Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe ist Cornelia Pieper, Generalkonsulin der BRD in Danzig. Die Arbeitsgruppe ist unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft Warschau tätig, wo sie bei Bedarf und nach Möglichkeit ihre Sitzungen abhält.

Während einer dieser Sitzungen, in Sztynort, wurde am 19. August 2021 die Expertengruppe für die Erarbeitung eines Nutzungskonzeptes für Schloss Sztynort ins Leben gerufen. Die Expertengruppe bestand im Januar 2022 aus mehr als 30 Experten und wurde in 6 Teams unterteilt, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der zukünftigen Nutzung des Schlosses befassen und an gemeinsamen Konzepten arbeiten. Olga Żmijewska, Stifterin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung Kunst der Freiheit, ist als Kulturwissenschaftlerin und Aktivistin Mitglied im Team Academia Masuria, das die Einrichtung einer Nichtregierungsorganisation im Schloss konzipiert. Die Arbeitsgruppe wird bei ihrer nächsten Tagung am 25.10.2022 in der Botschaft der BRD in Warschau das fertige Nutzungskonzept präsentieren.

Das Schloss Sztynort ist nicht nur eine architektonische Perle inmitten eines wunderschönen, mehrere hundert Jahre alten Parks. Es ist in erster Linie eine historische Stätte, die mit der deutschen Widerstandsbewegung verbunden ist. Das Schloss war einer der Schauplätze der Konspirationshandlungen, die am 20. Juli 1944, im nahegelegenen Führerhauptquartier Wolfsschanze zum versuchten Attentat auf Adolf Hitler geführt haben. Heinrich von Lehndorff, der zu dieser Zeit Eigentümer des Schlosses war, war an dem Attentatsversuch beteiligt und wurde infolge dessen hingerichtet.

Die Arbeitsgruppe „Sztynort“ engagiert sich dafür, die ehemalige Pracht des historischen Gebäudes wiederherzustellen und dem Anwesen einen neuen Charakter zu verleihen.

Durch diese Initiative sind unter der Aufsicht von Denkmalpflegern und unter der Leitung von Ingenieur Prof. Wolfram Jäger bereits Notsicherungsmaßnahmen im Gange. Der Deutsche Bundestag hat dafür drei Tranchen in Höhe von jeweils 500.000 Euro für bereitgestellt und stellt der Gruppe weitere Zahlungen in Aussicht.

Die Stiftung Kunst der Freiheit ist nicht nur an den Konzeptionsarbeiten im Rahmen des Teams Academia Masuria beteiligt, sondern trägt auch aktiv zu einem langfristigen Kultur- und Bildungsprogramm für das Schloss bei. Die Stiftung gestaltet seit August 2020 das um das Schloss herum stattfindende Kulturfestival STN:ORT mit. Mehr dazu finden sie in den jeweiligen Posts unter „Aktuelles“.

Als eine Organisation, die sich mit dem Thema Freiheit auseinandersetzt, sehen wir unsere gemeinsame Geschichte und unser kulturelles Erbe als einen wertvollen Schatz an, aus dem wir unabhängig von Nationalität, Muttersprache, Geschlecht oder Alter schöpfen können. Es ist ein europäisches Erbe, das es zu pflegen und zu bewahren gilt.